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Theaterpädagogischen Fachforum SICHTEN XVIII
Fr. 02. & Sa. 03. Dezember 2016 im FEZ-Berlin
Digitale Welten - Sackgasse oder Entwicklungschance?

Das 18. Fachforum SICHTEN zeigt Möglichkeiten und Chancen auf, wie Digitale Welten Inspirationsquelle für das Theater werden können. So wird der Schauspieler zum Avatar und der Gamer zum handelnden, aktiven, partizipierenden Zuschauer. Dozent*innen aus unterschiedlichen Bereichen präsentieren anhand von Workshops und Praxisbeispielen unterschiedliche Ansätze, die die Spiel- und Theaterpädagogik bietet. Sie zeigen auf, dass Computerspiele und digitale Endgeräte auch die Fertig- und Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen stärken können.

Die Veranstaltung richtet sich an Erzieher*innen, Künstler*innen, Lehrer*innen, Theaterpädagogen*innen, Studierende sowie an andere Multiplikator*innen der pädagogischen und künstlerisch kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Entsprechend ausgewiesene Workshops und Arbeitsbeispiele werden mit Kindern oder Jugendlichen stattfinden.

Veranstalter/innen und Organisator/innen:
FEZ-Berlin, GRIPS Theater, Theater STRAHL, KinderMusikTheater e.V., KREATIVHAUS e.V., Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin e.V. (LKJ).

Veranstaltungsort:
FEZ-Berlin, Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin-Köpenick

Anfahrt:
S3 bis Wuhlheide, 10 Min. Fuflweg durch den Park
S8, S9, S45, S46, S47 bis Schˆneweide weiter mit Tram 63, 67 bis Freizeit- und Erholugszentrum
U5 bis Tierpark, weiter mit Tram 27†bis Freizeit- und Erholugszentrum

Hinweis:
Die Veranstaltung ist als berufliche Weiterbildungsmaßnahme durch die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Frauen sowie durch das Brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport bewilligt.

Anmeldung:
Per Email an info.sichten@gmx.de (Name/Anschrift/Telefonnummer/Alter/Tätigkeit). Die Anmeldung gilt als verbindlich, wenn die Teilnahmegebühr eingegangen ist.

Teilnahmegebühr:
48,- Euro, Frühbucherrabatt 38,- Euro bis 02.11.2016

Bankverbindung:
KinderMusikTheater e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE21100205000003297100
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort: SICHTEN 2016

Weitere Informationen:
Theaterpädagogisches Fachforum SICHTEN
KinderMusikTheater e.V.
Oranienstr. 19a
10999 Berlin
Telefon: 030-61402164

Unser Programmflyer:
SICHTEN XVIII_2016.pdf

Programm SICHTEN XVIII


FREITAG, den 02. Dezember 2016

08.00 Uhr Check-In, Anmeldung und Eintragung in die Workshoplisten

09.00 Uhr Begrüßung

09.15 Uhr Impulsvortrag „Echte Spiele“ von Mirko Winkel

„Echte Spiele“
93 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland spielen am Telefon, an der Konsole, am Rechner. Da liegt die Vermutung nahe, dass in den Spielewelten noch etwas anderes vor sich geht, etwas, das viel bedeutsamer ist, als dass es mit einem schnöden Nutzwert zu verstehen ist. In diesem Vortrag wird der Frage nachgegangen, warum Computerspiele so betörend sind und inwieweit man sie als Kritik an unserer Echt-Welt verstehen kann. Welche moralischen Prinzipien, welche sozialen Umgangsformen und welche emphatischen Fähigkeiten kommen in ihnen zur Geltung? Darüber hinaus wird anhand von Beispielen wiederum aufgezeigt, inwieweit virtuelle Spielemechanismen heutzutage bereits einen nachhaltigen produktiven Einfluss auf unsere Lebenswirklichkeit haben können und was wir von ihnen lernen können.

Mirko Winkel, bildender Künstler, Lehrbeauftragter am Institut für Performative Künste und Bildung an der HBK Braunschweig

10.30 Uhr Workshop Runde 1

Workshop 1: Hinter dem Bildschirm
Wie es wäre, in einem Computerbildschirm zu leben? gooeyTEAM thematisieren seit 2009 in ihren Projekten den Umgang mit der flachen Welt des Bildschirms, indem sie die körperlosen 2D Elemente der grafischen Benutzeroberfläche als 3D Performances und Installationen in den körperlichen Raum übersetzen. In dem fortlaufenden Projekt ‘Doing the Gooey’, werden GUIs (Graphical User Interfaces), die wir tagtäglich benutzen, mit den Mitteln von Installation und Performance untersucht. In diesem Workshop wird eine Einführung in die kulturelle Arbeit des gooeyTEAMs gegeben.

Catriona Shaw gründete 2009 mit Malve Lippmann das gooeyTEAM. Sie ist Musikerin und Performancekünstlerin. Sie experimentiert mit der Implementierung von Performance, Zeichnungen und Musik in verschiedenen partizipatorischen Prozessen und Ausstellungsprojekten.

Workshop 2: Born Digital oder „In der Zukunft war alles besser!“
Wenn wir über das Digitale reden, stoßen wir oft auf die „Standardsituationen der Technologiekritik“ (Kathrin Passig), die eine reelle Diskussion teilweise unmöglich machen. Dabei ist solch eine kulturpessimistische Haltung keinesfalls ein Generationsproblem, sondern zieht sich durch alle Altersstufen. Sie zeigt ein diffuses Unbehagen im Umgang mit digitalen Medien und bewegt sich zwischen Vorurteilen und der Überzeugung „Früher war alles besser“. In dem Jugendclub-Projekt „Born Digital“ wurde versucht diese Standardsituationen zu umgehen, indem nicht das Internet der Jetztzeit, sondern das Internet der Zukunft befragt wurde. Dabei wurde eine weniger technische, sondern dezidiert anthropologische und philosophische Sicht auf das Digitale geworfen. Was ist der Mensch in der digitalen Zukunft? In dem Workshop spricht der Spielleiter der Inszenierung über seine Erfahrungen im Umgang mit den „Standardsituationen der Technologiekritik“, die Vorteile der Zukunftsvision und gibt spielpraktische Einblicke in den Probenprozess.

Lasse Scheiba, seit 2014 Dramaturg und Theaterpädagoge am Jungen Deutschen Theater Berlin. Er leitet Workshops und Fortbildungen zu Themen digitaler Medienbildung.

Workshop 3: Die Realität hat die geilste Grafik
Ist es möglich, Theater und Games zu verknüpfen? Kann man Theater im doppelten Sinne „spielen“ und dabei die Zuschauer*innen zu Teilnehmenden machen? Das Medientheaterkollektiv machina eX beantwortet diese Fragen seit 2010 durch sein Computerspieltheater, in dem Point ‘n’ Click Adventures als begehbare, interaktive Performances erlebbar gemacht werden. In diesem Workshop wird die Arbeit der Gruppe vorgestellt. Spielerisch werden anschließend Mechanismen von Games untersucht, ausprobiert und mit den Mitteln des Theaters und anderer Kunstformen verknüpft.

Clara Ehrenwerth, freie Dramaturgin, Autorin und Kulturorganisatorin in Leipzig, arbeitet u.a. beim Game-Theater-Kollektiv machina eX

Workshop 4: Spielentwicklung und Theater
In diesem Workshop befassen wir uns mit unterschiedlichen Spielprinzipien und experimentieren damit, diese aus digitalen Spielen zu entnehmen und für das Theater zu nutzen. Wir setzen uns praktisch mit der Rolle des Zuschauers in einem Spielkontext auseinander und werden gemeinsam ein theatrales Spiel-Setting entwickeln und ausprobieren.
Stefanie Rejzek, Leiterin des Jugendkunst- und Kulturzentrums Gérard Philipe in Berlin Alt-Treptow, entwickelt performative Spiele für den Stadtraum unter ihrem Label lamegame

Benjamin Böcker, freischaffender Theaterpädagoge und Performer in Berlin

Workshop 5: ICH und mein Avatar
Im Workshop „Ich und mein Avatar“ erstellen die Kinder, Jugendlichen und Tagungsteilnehmer*innen mit Hilfe der Greenscreentechnik und eine Kostümfundus ihren eigenen virtuellen Stellvertreter – den Avatar – und haben so die Möglichkeit sich in die Computerspielwelten zu begeben. So ist es möglich, sich mit verschiedenen Identitäten spielerisch auseinanderzusetzen und selbst Rollenbilder aufzubrechen. Der Workshop richtet sich an alle, die gerne schauspielern und ihrer Kreativität freien Lauf lassen möchten, denn vor dem Filmdreh muss erst einmal die Filmidee erarbeitet werden! Jetzt bleibt nur noch die Frage: „Wie sieht dein eigener Avatar aus und welche Eigenschaften besitzt er?“

Denise Beckmann, Vorstand der Kinderfilm Berlin e.V., Prüferin der FSF und freie Medienpädagogin für Medienkompetenz- und Filmworkshops in Berlin und Würzburg

12.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr Workshop Runde 2 (wie 10.30 Uhr Workshop Runde 1)

15.30 Uhr Best Practice mit Kaffee und Kuchen

Best Practice 1: Schwamm drüber
Auszug aus der Kinderklub Produktion Juni 2016 am GRIPS Theater. Kinder verhandeln ihr eigenes Social Media Verhalten und sprechen über die Ängste der Eltern zu ihrem Verhalten. Im Anschluss gibt es eine Fragerunde gemeinsam mit den Kindern zur Produktionsweise und gemeinsame Übungen und Methodeneinblicke zur Entstehung des Stückes.

Ellen Uhrhan, Theaterpädagogin GRIPS Theater, Theater- und Filmemacherin

Best Practice 2: schreiben, sprechen, erzählen - Netzphänomene als Inspiration
Das Digitale verändert unsere Sprache. Auf wie vielfältige Weise dies bereits im Theater mit und für Jugendliche nutzbar gemacht wurde, wird in diesem Best Practice vorgestellt. Dabei geht es bei den Beispielen aus Norwegen, Frankreich und Deutschland immer um die Wechselbeziehung zwischen digitalen Ausdrucksformen und ihrer theatralen Übersetzung, beziehungsweise theater- pädagogischen Vor- und Nachbereitung.

Tabea Hörnlein, Dramaturgin für digitale Medien beim tjg. Theater junge generation, Kinder- und Jugendtheater Dresden

17.00 Uhr Theaterstück „log in“, klicksafe Preis Gewinner 2015 *

„log in“ ist ein interaktives Theaterstück, in der alltägliche Situationen zwischen Eltern und ihren Kindern auf witzige und überspitzte Art inszeniert werden. Der Einfluss Sozialer Medien auf das jugendliche Leben steht hierbei besonders im Fokus. Themen wie Gaming, Sexting, Spielsucht, (Cyber-) Mobbing und Soziale Netzwerke werden während der Vorstellung aus jugendlicher Sicht und der ihrer Eltern diskutiert

PlayBack Berlin e.V., Interaktives Theater
Bjørn de Wildt, Regie
Sonia Ortiz, Rosa Jansen und Ben Herzog, Schauspiel

*Eintrittspreise für die Theaterstücke „log in“: 6,- € | „lPET“: 5,- € (für Tagungsteilnehmer*innen kostenfrei)

SAMSTAG, den 03. Dezember 2016

10.00 Uhr Warm Up

10.15 Uhr Best Practice

Best Practice 1: OSZ Lotis Videowettbewerb „draufgehalten: LIEBESRAUSCH“
Der Kurs „Darstellendes Spiel” (11/12 Jahrgang) des beruflichen Gymnasiums am OSZ Lotis hat im letzten Jahr die Aufführung „Sommer Nacht Traum“ des Theater STRAHL besucht und anschließend an einem Workshop teilgenommen, bei dem zum Thema LIEBESRAUSCH kleine Filme mit dem Handy gedreht werden sollten. An den dort entstandenen Szenen arbeiteten die Schüler*innen im Unterricht weiter und produzierten 4 kurze Filme, die bei dem VideoClip Wettbewerb „draufgehalten: LIEBESRAUSCH“ eingereicht wurden. Ein Film gewann dort den dritten Platz. Anschließend arbeitete die ganze Gruppe mit den Filmszenen weiter und entwickelte daraus ein 30-minütiges Theaterstück mit dem Titel „You’re in my heart, you’re in my mind“.

Christiane Nahrendorf, Lehrerin am Oberstufenzentrum Lotis Berlin, Schwerpunkt Deutsch, Englisch und Darstellendes Spiel

Best Practice 2: Cyber-Mobbing
Wie kann ich erkennen, dass in meinem Umfeld Cyber-Mobbing stattfindet? Welche Anlaufstellen gibt es für Jugendliche und Pädagog*innen im Falle von Cyber-Mobbing? Simon Fischer von klicksafe.de stellt in seinem Vortrag die EU- Initative klicksafe sowie die neue Cybermobbing Erste-Hilfe App vor. Die preis- gekürte App wurde von Jugendlichen des klicksafe Youth Panels für andere Jugendliche erstellt und bietet Jugendlichen eine erste Anlaufstelle bei Cyber- Mobbingfällen.

Simon Fischer, Bachelorand der Kultur- und Medienpädagogik an der HS Merseburg, Praktikant bei der medienpädagogischen Initiative klicksafe

11.00 Uhr Theaterstück „IPET“ (AaiPet)

“IPET” (AaiPet) Theater BonteHond, Almere/Niederlande*
Eine dreidimensionale Show für jedes Alter, ab 2,5 Jahre
AaiPet beginnt mit zwei Kindertheaterschauspielern – sie formen Ballon-Tiere und performen Zaubertricks. Sie ziehen Bananen aus Ipads – ganz so, wie es sein soll. Aber auf einmal fängt das Ipad an, zu rebellieren und wie ein freches Kind die ganze Show zu stören. Schnell ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich die Kontrolle hat – die Schauspieler oder das Ipad?

René Geerlings, Regie
Sacha Muller und Erwin Boschmans, Schauspieler

*Eintrittspreise für die Theaterstücke „log in“: 6,- € | „lPET“: 5,- € (für Tagungsteilnehmer*innen kostenfrei)

12.10 Uhr "Markt der Möglichkeiten" mit individueller Mittagspause

Markt der Möglichkeiten
Auf unserem Marktplatz haben Sie die Möglichkeit, mit Experten und Expertinnen ins Gespräch zu kommen und sich über das Thema des Fachforums eingehend zu informieren und zu diskutieren. Neben klicksafe, dem Computerspielemuseum Berlin und dem Präventionsangebot der Berliner Polizei u.a. werden auch Jugendliche vor Ort sein, die Ihnen praktische Einblicke in die Welt des Gamings vermitteln – spielen Sie mit uns!

14:00 Uhr Workshops

Workhop 1: Die Politik des Computerspielens
Auch wenn wir uns in der Lage fühlen die Benutzeroberfläche eines Computers zu bedienen, verstehen die meisten weder seinen physischen Aufbau, noch, wie die Software ihn steuert. Diese Idiotie ist überraschend angesichts der Allgegenwart von digitalen Technologien. Nur wer die Geheimnisse der Software ergründen und den Code lesen kann, wird ihn interpretieren und überlisten. In diesem Workshop geht es jedoch nicht um Binärcode, sondern um die Funktionsweise von Computerspielen und äquivalent um Möglichkeiten der Emanzipation ihnen gegenüber in Form von Hacks, Cheats und Add-Ons. Genauso, wie Spiele der ernsten Welt korrespondieren, sind diese Manipulationen eine spannende Möglichkeit, unseren Alltag kreativ zu sabotieren.

Mirko Winkel, bildener Künstler, Lehrbeauftragter am Institut für Performative Künste und Bildung an der HBK Braunschweig

Workhop 2: Hamlet in der Hand
Ausgerechnet beim dramatischen Höhepunkt des Stücks hat der virtuelle Hamlet-Darsteller seinen Text vergessen. Die Spieler sollen ihm als Souffleure auf die Sprünge helfen. Für diesen Fall entwickeln die Workshopteilnehmer* innen mithilfe einer Programmierumgebung für Jugendliche eine kleine Game-App. Diese wird bereits im Workshop spielbar sein.

Svenja Anhut, GameDesignerin und Museumspädagogin für das Computerspielemuseum Berlin

Workshop 3: Digitale Stückentwicklung
“Die Stücke stecken in euren Smartphones!” Frei nach dem Sprichwort das Geld liegt auf der Straße, wollen wir Wege und Methoden aufsuchen, um in Zeiten permanenter Kommunikation und Öffentlichkeit Stücke zu entwickeln, die jenem digitalen Phänomen Rechnung tragen. Wie können wir das, was da ständig passiert, abbilden? Wie lässt sich diese nach allen Seiten hin offene Kommunikation für das Theater nutzen? Welche neuen Möglichkeiten bietet uns das Digitale in der Arbeit mit Jugendlichen? Wie verändert es unsere Rolle im Prozess? Bringt eure Smartphones mit und lasst uns loslegen!

Martin Grünheit, Regisseur u.a. beim Deutschen Theater Berlin, Gründungsmitglied von cobratheater.cobra in Hamburg & Berlin

16:00 Uhr Themenspezifischer Austausch mit Kaffee und Kuchen

In Form der Moderationsmethode „World Café“ bietet das Fachforum eine moderne Plattform zum Austausch von fachspezifischen Themen.


Die Programmflyer der letzen Jahre:

2013   2014   2015
SICHTEN-XV.pdf
2013
SICHTEN-XVI.pdf
2014
SICHTEN-XVII.pdf
2015